Coworking Spaces
Ein Coworking Space bietet Arbeitsplätze mit typischer Büroinfrastruktur, die man tagesweise mieten kann. Drucker, Besprechungsräume und eine Kaffeeecke sind Teil eines jeden Coworking Spaces. Zudem bieten viele Spaces Ausstattungsmerkmale, die es so im Büro nicht gibt, zum Beispiel einen Meditationsraum. Neben Büroausstattung bieten Coworking Spaces häufig auch Veranstaltungen an, um die Besucher*innen zu vernetzen. In Coworking Spaces arbeiten neben Selbstständigen auch Angestellte, die weiter entfernt von ihrer Arbeitsstätte wohnen. Durch die wohnortnahe Arbeitsstätte kann man sich das Pendeln sparen. Büroarbeiter*innen gewinnen dadurch Zeit und die Umwelt profitiert, vor allem wenn eine große Strecke zur regulären Arbeitsstätte mit dem Auto zurückgelegt werden würde. Wenn weniger Leute pendeln, reduziert sich auch der Stau, der vielerorts zum Berufsverkehr dazugehört.
E-Ladesäulen
Eine gute Infrastruktur für E-Autos fördert deren Nutzung. E-Autos stoßen weniger Emissionen aus und sind deutlich leiser als Verbrenner. Das kommt den Bewohner*innen des Quartiers und der Umwelt zugute. Zudem muss man sich nicht über hohe Spritpreise ärgern. Ladesäulen für E-Autos können in Garagen von Wohn- und Bürohäusern als auch auf öffentlichen Parkhäusern installiert werden.
Fahrradschwarm
Fahrradfahren wird oft als unsicher wahrgenommen, vor allem für Kinder. Ein einzelnes Kind mag von anderen Verkehrsteilnehmern leicht übersehen werden, aber eine Gruppe, ein ganzer Schwarm von Kindern, nicht. Die Idee eines Fahrradschwarms ist, dass sich mehrere Fahrradfahrer*innen zusammen tun und dadurch besser im Straßenverkehr wahrgenommen werden. Das ist ideal für Kinder auf dem Weg zur Schule. Sie fahren eine feste Route zur Schule und sammeln an bestimmten Treffpunkten weitere Kinder ein. Keiner muss alleine fahren. Das ist sicher und macht Spaß.
Fahrradstellplätze
„Warum hast du für die Strecke nicht das Fahrrad genommen?“ – „Ach, bis ich das Rad aus dem Keller geholt habe, da bin ich ja mit dem Auto schon halb da. Das steht immer abfahrtbereit vor der Tür“. Bei Diskussionen über Rad vs. Auto wird deutlich, dass vielerorts alles auf das Auto anstatt auf das Fahrrad ausgelegt ist. Die Hürden zur Nutzung des Rads sind nicht sehr hoch, jedoch höher als die des Autos. Fahrradstellplätze direkt am Haus können die Hürden reduzieren und dadurch die Nutzung des Rads fördern. Ideale Stellplätze bieten Diebstahlschutz, gute Beleuchtung und Schutz vor Witterung. Fahrrad aufschließen und los geht’s.
Firmenduschen
Wieso fährst du nicht mit dem Rad zur Arbeit? Häufig wird als Antwort genannt, dass man dann ja völlig verschwitzt ankomme und das im Büro völlig unangebracht sei. Manch einer oder eine fährt daher E-Bike, was sich aber nicht jeder leisten kann oder möchte. Eine Lösung, die allen Fahrradfahrern dient, sind Duschen bei der Arbeit. So kann man sportlich zur Arbeit düsen und dennoch frisch bei Meetings erscheinen. Die Duschen können natürlich auch nach anderen Aktivitäten genutzt werden, zum Beispiel nach Nutzung des unternehmenseigenen Fitnessraums.
Fish `n Tipps
Fish `n Tipps ist eine App für Bürger*innen, die unaufdringlich konkrete Nachhaltigkeitstipps gibt. In der App bekommen Bürger*innen Tipps von ihrem virtuellen Fischfreund. Er gibt unter anderem passgenaue Tipps zu nachhaltigen Mobilitätsangeboten in ihrer Umgebung. Wenn jemand zum Beispiel für zwei Kilometer ein Carsharingauto gebucht hat, weist der persönliche Fisch die Person darauf hin, dass man mit einem Lastenrad schneller gewesen wäre und dennoch viel transportieren kann. Nutzer*innen können ihren Fisch auch in den großen See schicken, wo er sich mit anderen Fischen aus der Nachbarschaft über Nachhaltigkeitsthemen austauschen kann und die Nutzerin auch selbst über ihren Fisch Tipps an andere mitteilen kann.. Die Fish `n Tipps App wurde im Rahmen des Forschungsprojekts EnStadt:Pfaff konzipiert.
Flexibles Carsharing
Carsharing ist nicht gleich Carsharing. Man unterscheidet zwischen Free-Floating und stationsbasiertem Carsharing. Bei dem Free-Floating Carsharing müssen die Autos anders als beim stationsbasierten Carsharing nicht an den Ausgangsort zurückgebracht werden. Dadurch bietet Free-Floating Carsharing deutlich mehr Flexibilität für die Nutzer*innen. Die Nutzer*innen nutzen diese Form des Carsharings für Fahrten in nur eine Richtung, ähnlich einer Taxifahrt. Die Flexibilität, die dem eines eigenen Autos ähnelt, hat jedoch einen entscheidenden Nachteil. Diese flexible Form des Carsharings wird häufig von Autobesitzer*innen genutzt für Fahrten, die auch mit umweltfreundlicheren Verkehrsmitteln möglich wären. Sie nutzen die Autos sozusagen wie ein Taxi, das sie selber fahren. Das heißt, Free-Floating spart keine Autos ein, sondern sorgt eher für noch mehr Autos auf den Straßen.
Mobilitätsstationen
Eine Mobilitätsstation ist eine Art Mobilitätsknotenpunkt, an dem Carsharingautos, Leihfahrräder und weitere Mobilitätsangebote stationiert sind. Die Stationen sind so über das Quartier verteilt, dass sie von jedem Haus aus fußläufig schnell zu erreichen sind. Bei den Carsharingautos handelt es sich um das stationsbasierte Carsharing, das heißt, die Autos müssen an den Ausleihort zurückgebracht werden. Dahingegen können Leihräder auch an anderen Stationen in der Stadt abgegeben werden. Bei dieser Art des Carsharings kann ein Auto laut dem „Bundesverbands CarSharing“ je bis zu 20 private Autos ersetzen. Das heißt, weniger Autos müssen produziert und weniger Parkplätze geschaffen werden. Dadurch werden ca. 95 Tonnen CO2eq gespart und 237 m² Fläche kann für Mensch und Natur genutzt werden.
Paket-Café
Paketzusteller*innen fahren den ganzen Tag die Straßen ab und halten teils an ungünstigen Stellen. Dabei erschweren sie anderen Fahrzeugen die Durchfahrt und verursachen sogar Stau. Auch Fußgänger*innen ärgern sich über zugeparkte Gehsteige. Nicht nur für die anderen Verkehrsteilnehmer*innen, sondern auch für die Umwelt sind Lieferfahrten schädlich. Die Lieferfahrzeuge verschiedener Unternehmen sind schließlich den ganzen Tag unterwegs. Wenn sie die Adressaten nicht antreffen, müssen sie erneut dorthin fahren oder sie geben das Paket in Paketshops ab.
Das Paket-Café soll eine nahgelegene und freundliche Alternative zu der Zustellung an der Haustür und den Paketshops sein und so helfen, den Lieferverkehr zu reduzieren. Wer möchte, kann sein Paket in das Café liefern lassen und die Abholung mit einem Kaffee verbinden. Die Zusteller sparen dadurch Wegstrecke und Zeit ein.
Privatparkplatz teilen
In Wohnhäusern mieten die Bewohner*innen häufig einen Stellplatz in der Tiefgarage oder vor dem Haus mit an. Das kostet pro Monat einiges. Beträge bis 100€ sind nicht ungewöhnlich. Schön, wenn man sich etwas dazuverdienen kann mit seinem Stellplatz. Apps ermöglichen es, seinen Parkplatz an andere Menschen anzubieten, wenn man mit seinem eigenen Auto unterwegs und der Stellplatz somit frei ist. Andere Autobesitzer*innen profitieren vor allem, wenn der vom Parkplatzvermieter geforderte Tarif günstiger ist als im öffentlichen Raum. Mehr Parkplätze ziehen jedoch auch mehr Autos an. Mehr Autos führen zu mehr Abgasen, sofern sie Verbrennermotoren haben. Mehr Abgase und Lärm sind die Folge.
Tempo 20
Mit 20 km/h durch das Stadtquartier? Das ist natürlich nicht so schnell aber dafür deutlich sicherer und zwar für alle Verkehrsteilnehmer*innen. Die Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h fördert die Gleichberechtigung der Verkehrsteilnehmer*innen im Straßenverkehr. Da der Geschwindigkeitsunterschied von Autos zu Radfahrern deutlich geringer ist als bei Tempo 30 oder 50, werden Überholvorgänge unnötig. Beim Überholen würden 1,5 m Sicherheitsabstand zwischen Auto und Radfahrer benötigt, die jedoch häufig nicht eingehalten werden, wodurch Radfahrer gefährdet werden. Von Tempo 20 profitieren auch Kinder, die am Straßenrand spielen. Denn bei Tempo 20 lässt es sich deutlich schneller bremsen, wenn mal ein Ball auf die Straße rollt.
Weniger Parkplätze
Wo Parkplätze sind, da sind auch Autos. Wie wäre es, wenn die Anzahl der Parkplätze begrenzt wäre? Das heißt, nicht jeder kann sein Auto vor der Tür parken. Klingt erst einmal nicht so toll, hat aber viele Vorteile. Wohngegenden mit wenig Stellplätzen sind für Besitzer von mehreren Autos pro Haushalt eher unattraktiv, aber für Leute ohne Auto vorteilhaft. Wieso sollte man schließlich für einen Stellplatz Miete zahlen, den man nicht nutzt. Auch der gewonnene Platz kommt den Bewohnern zugute. Ein typischer Stellplatz nimmt 12m² Quadratmeter in Anspruch. Das ist ganz schön viel Platz, den man stattdessen für attraktive Aufenthaltsflächen und Radwege nutzen könnte. Wenig Autos bedeutet auch weniger Verkehr, bessere Luftqualität und geringere Lärmbelastung. Daher ist im Pfaff-Quartier die Zahl der Stellplätze geringer als in vergleichbaren Quartieren.